Wow, da hat sich das ehemalige Nachrichtenmagazin aber wieder mal weit aus dem Fenster gelehnt, oder doch nicht?
In der heutigen SPON erschien ein Artikel mit just diesem Titel (ohne das “nicht” natürlich), grundsätzlich finde ich es ja immer gut, wenn sich der Mainstream mal mit den wichtigen Sachen beschäftigt und nicht mit so Banalem wie dem Sarrazin, aber man sieht mal wieder, dass auch hier keiner so richtig das “out of the box” denken beherrscht.
Kurz zusammen gefasst, geht es darum, dass ein Herr Alexander Dill seines Zeichens Leiter des Leiter des alternativen Basler Instituts für Gemeingüter und Wirtschaftsforschung (ich glaub ich muss mir die Jungs mal genauer ansehen) vorgeschlagen hat, dass alle in Deutschland ca. 20% ihres Privatvermögens abdrücken sollen, damit wäre Deutschland entschuldet und danach könnte man mit sehr geringen Steuern bei vollen Sozialleistungen weiter machen. Gut, klar, dass sowas graue Theorie ist. Mal ganz abgesehen von den ganzen Sozialismus, Kommunismuskreischern vom Rechten Rand, die sowas niemals durchgehen lassen würden, und den ganzen Konservativen die dann ihre Häuser (auch teilweise zurecht, wie ich finde) mit der Knarre in der Hand verteidigen würden und den ganzen Superreichen, die dann einfach ins Ausland abbhauen etc. etc. etc. Kurz gesagt … denkbar, aber die Umsetzung ist natürlich Utopie. Aber was wären die Alternativen?
Da, laut unserem Freunden von der SPON sind Hyperinflation, Deflation und andere Crashgespenster zunächst unwarscheinlich bis undenkbar (die sind noch nicht soweit, das kommt im mainstream immer “überraschend”) daher rechnet man uns hier im Artikel die Unionsvariante der “Lösung” vor, wir erinnern uns …. Wachstum Wachstum über alles über alles auf der W… na ja ihr wisst schon, aus den Schulden “Rauswachsen” eben.
Da gibt es in dem Artikel hier zwei Rechnungen:
- Würde Deutschland künftig jährlich um ein Prozent wachsen, läge die Wirtschaftsleistung in 50 Jahren bei knapp vier Billionen Euro. Die Schulden entsprächen dann noch gut 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und nicht 76 Prozent wie heute.
- Zöge die Wirtschaft allerdings um zwei Prozent pro Jahr an, würde die Wirtschaftsleistung 2060 weit über sechs Billionen Euro erreichen. Dies entspräche einer Schuldenquote von nur noch rund 25 Prozent.
Gut diese Szenarien basieren zwar auch schon auf den geschönten Zahlen und wie realistisch 2% Wachstum Pro Jahr sind das sei mal dahin gestellt, aber seis drum, denn der Autor dieses Artikels erkennt dann im Folgenden letztendlich an, dass diese Szenarios zumindest sehr unwarscheinlich sind und eher den feuchten Träumen eines Herrn Brüderle entsprungen zu sein scheinen, genau so wie eine konsolidierung der Schulden oder einfacher ausgedrückt, Sparen unmöglich wäre, denn: “Selbst wenn Bund, Länder und Gemeinden ab sofort keine neuen Kredite mehr aufnehmen und zusätzlich zu den gut 60 Milliarden Euro Zinsen pro Jahr 20 Milliarden Euro tilgen würden, könnten sie den letzten Euro Schulden rechnerisch erst in rund 85 Jahren zurückzahlen. Für einen Plan “Schuldenfrei im Jahr 2100″ ist wohl kein Finanzminister zu haben”
Gut gebrüllt! Soweit ist das wohl absolut richtig, die erste Variante ist sowohl politisch als auch gesellschaftlich nicht durchsetzbar, die CDU Wachstums Varianten und Sparkurse hingegen sind ins Reich der Phantasie zu verbannen, auch das ist messerscharf erkannt. Trotz dieser bis hierher treffenden Analyse lässt der Autor uns hier ein wenig im Regen stehen und kommt zu dem Schluß, naja wenn es dann bei uns soweit ist, dass wir “griechische Verhältnisse haben”, dann könnte man Dill´s Plan der “Enteignung” ja immer noch als Notlösung verwenden. Soweit der Artikel.
Wo liegt der Fehler?
Nunja, allen diesen Szenarien liegt die Annahme zugrunde, dass unser Wirtschaftssystem so wie es jetzt ist, im Kern super funktioniert, man müsste nur hier und da ein bisschen Schrauben ein wenig Wachstum oder Entschuldung und weiter gehts. Es gibt keine Giralgeldschöpfung, keine exponentielle Geldvermehrung durch Zinseszinseffekte, etc. etc. und nach der 20% Enteignung oder dem “Rauswachsen” oder dem “Raussparen” aus den Schulden machen wir einfach weiter wie bisher, mit all den netten Nebeneffekten wie der Umweltzerstörung, dem Lobbyismus, den Derivatenblasen etc. etc. oder wie, habt ihr euch das gedacht?
Schuldgeldsysteme und in einem solchen Leben wir nunmal, sind immer Systeme auf Zeit und alle hier vorgeschlagenen Szenarien tun nur eines und an dieser Stelle möchte ich einen wunderschönen Anglizismus verwenden “They are kicking the can down the road”, sie verschieben das grundsätzliche Problem einfach in die Zukunft.
Wer das nicht versteht, der kann sich gerne nochmal das Beispiel vom Josephspfennig vergegenwärtigen. Es gibt eben kein unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten.
Ja klar, lasst uns noch ein bisschen Wachsen, auf Teufel komm raus, notfalls in dem wir das Letzte aus den Leuten und der Umwelt rauspressen, hey, hauptsache der Aussenhandels beitrag steigt, wir werten unsere Währung weiter ab oder schaffen einfach alles was sozial ist in diesem Staat ab, wir tun alles zugunsten des Marktes, alles für den Profit (das wäre so der Ansatz der “Volks(verarschungs)parteien” CDU,FDP;SPD und ja, auch der Grünen). Wenn wir alles hergeben geben, dann ist schon noch ein bisschen Wachstum drin, das macht zwar zunehmend keinen Spaß mehr und gelöst ist dadurch gar nichts, aber wir können das Unvermeidbare noch ein oder zwei ja hey vielleicht sogar drei bis vier Wahlperioden aufschieben und mit noch ein paar Badbanks und Taschenspielertricks evtl. sogar 5, bevor es dann wirklich kracht (entweder das Volk macht faxen oder das Geldsystem kollabiert).
Die andere Lösung, dieses “lasst uns 20% von Allem Enteignen” klingt in meinen Ohren eher nach einem Vorschlag der Linken, aber auch das ist auch nur Verschiebung. Was ist danach? Dann haben wir wieder ein paar Jahre gewonnen bis diejenigen, die sowieso zuviel haben nach dem Monopolyprinzip die Ärmsten der Armen wieder an den Eiern haben, die Wirtschaftsmonopole der Großkonzerene werden dadurch nicht angetastet, ebenso wie die anderen Verdächtigen, Giralgeldschöpfung, Mindestreserve, Zinseszinseffekt, das wiederliche Menschenbild, dass Menschen nur als Kostenfaktor oder Cash Cow sieht etc. etc. und die Folge davon wäre, dass es uns im Großen und Ganzen warscheinlich ein paar Jahre besser gehen würde als jetzt, dass wir aber letzten Endes wieder in die selben Problematiken laufen würden in denen wir jetzt stecken und das wäre letzten Endes auch kontraproduktiv.
Ihr seht also, alle bisherigen Vorschläge tragen keine wirkliche Lösung in sich, zumindest keine nachhaltige, und ehrlich gesagt habe ich auch keine. Aber wir müssen diese Thematik endlich auf der Prioritätenliste ganz weit oben ansetzten, es gibt gerade kein wichtigeres Thema als dieses! Ich weiss, ich langweile meine Leser schon seit langem mit dieser Thematik aber jedes mal wenn ich solche traurigen Artikel wie den oben verlinkten lese, wird mir klar, wie wenig die Menschen eigentlich ausserhalb ihrer Bezugssysteme denken können, das ist manchmal wirklich erschreckend. Wenn man z.B. den Kapitalismus kritisiert wird man hier zu Lande oft automatisch als Demokratiefeind und Sozialist beschimpft. Hallo? Da sieht man solche Denkmuster ganz deutlich, du kristisierst den Kapitalismus, also muss du Sozialist sein und dem zu Folge auch Kommunist, Wooooot seid ihr bescheuert? Man muss beides nicht sein um zu erkennen, dass unser Geldsystem begrenzt lauffähig ist eigentlich muss man ein ziemlicher Idiot sein um zu glauben, dass es ewig so weitergehen kann, denn unser Wirtschaftssystem erinnert doch sehr an Monopoly, bieten sie ihren Freunden doch mal an Monopoly mit richtigen Geld zu spielen, sie werden sehen ob die nach dem Abend noch ihre Freunde sind. In anderen Worten, was wir hier treiben ist Wahnsinn, das hat auch nichts mit Demokratiefeindlichkeit zu tun, wenn ich sowas schreibe im Gegenteil, was hier mit wachsender Begeisterung getrieben wird untergräbt die Demokratie vom allerfeinsten und mit Wirtschaft hat das auch nicht mehr viel zu tun was hier so läuft, es gibt keinen Wettbewerb mehr und alles was interessiert sind die shares und wann Ben Inkjet das nächste mal den Drucker anwirft. Wir haben Jahrhundertelang dafür gekämpft nicht mehr durch die Feudalherrschaft geknechtet zu werden und versucht Demokratien zu etablieren, ich denke es ist an der Zeit zu erkennen, das wir nur eine Knechtschaft nur durch eine andere ersetzt haben, die neuen Herren sind mächtiger als es sämtliche Kaiser je waren, wir werden sehen wie wir die wieder loswerden.
Deswegen sollte und in meinem Fall ist das auch so unsere Nummer eins Sorge dieses Wirtschaftssystem/Geldsystem sein, alles andere kann man danach lösen und/oder hängt sowieso damit zusammen. Klar, nicht alle Probleme sind darauf zurück zu führen, aber ehrlich gesagt, wenn wir das nicht bald in den Griff kriegen dann glaube ich brauchen wir uns um die anderen auch nicht mehr zu kümmern, weil dann unser Planet einfach im Eimer sein wird. Deswegen sollten wir endlich anfangen darüber zu diskutieren, wie man dem Schuldgeldsystem entkommt und nicht der “Schuldenfalle”. So wie der Spiegel das Problem darstellt, wirds jedenfalls nichts, denn die haben noch nicht mal das Problem an sich erkannt.
Ich persönlich glaube wir reiten hier ein totes Pferd und da gilt natürlich …
“Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!”
denn die anderen Lösungen, die ich hier mal gesammelt von dieser Webseite geklaut habe
die wir alle jeden Tag hier aufs Brot geschmiert bekommen, sind keine Lösungen!!! Die Lösen gar nichts! Trotzdem versucht man es seitens unserer Regierung ständig mit solchen Methoden… jeder Möge sich die passende Maßnahme in der Realität dazu suchen, viel Spass, ich hab für alles eine gefunden …
1 Man besorgt eine stärkere Peitsche.
2 Man wechselt den Reiter.
3 Man sagt: “So haben wir das Pferd doch immer geritten. Warum klappt das nicht mehr?”
4 Man gründet eine Projektgruppe, um zu analysieren, was mit dem toten Pferd los ist.
5 Man besucht anderer Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
6 Man erhöht die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
7 Man schiebt eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
8 Man stellt Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
9 Man ändert die Kriterien, die festlegen, wann ein Pferd tot ist.
10 Man kauft Leute von außerhalb ein, damit sie das tote Pferd reiten.
11 Man schirrt mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
12 Man macht eine Studie, um zu sehen, ob das Pferd wirklich tot ist.
13 Man kauft etwas, das tote Pferde schneller laufen lässt.
14 Man erklärt: “Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch reiten könnte!”
15 Man macht zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
16 Man richtet eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
17 Man überarbeitet die Leistungsbedingungen für tote Pferde.
18 Man erklärt, dass ein Pferd sowieso “besser, schneller und billiger” ist, wenn es tot ist.
19 Man strukturiert um, damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.
20 Man präsentiert PowerPoint-Folien was das Pferd könnte, wenn es noch leben würde.
21 Man bringt das tote Pferd unter einem zugkräftigen Namen an die Börse.
22 Man stellt fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten und erklärt dies zum Normalzustand.
tl/dr Unser Wirtschafts und Geldwertsystem ist ein totes Pferd doch anstatt ab zu steigen propagiert man im Spiegel und nicht nur dort wahllose Lösungsvorschläge von 1-22, die ihr gerne ergänzen könnt!