Die Springer Presse heute wieder mal tststs, wie süß, gestern waren sie noch beleidigt, weil Wikileaks sie nicht als Medienpartner ausgesucht hat (warum sollten die auch, wir wissen ja alle wie “seriös” Axel-Springer ist), obwohl sich der Spiegel auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat bei dieser Story.
Heute dagegen lässt die Welt den “Gutti” zu Wort kommen und sie spielen die Veröffentlichung der Army Dokumente runter.
“Ach das ist ein alter Hut, dass da Killerkommandos unterwegs sind, das wussten wir schon lange.”
Mag ja sein, aber dann frag ich mich warum ich darüber nie was in der Springerpresse gelesen habe? Und ja klar ich lese die Welt, ich kaufe sie nicht, deswegen lese ich auch oft nur die online Ausgabe, aber manchmal ist sie ja für nen Lacher gut und wenn sie irgendwo rumliegt.
Nur irgendwie lese ich in der Welt z.B. immer nur was über die Böse Al Queda, die laut der BBC Doku “the power of nightmares” z.B. gar nicht gibt.
(Liebe Amerikaner, die Doku lief nur in Europa, nur falls ihr euch fragen solltet. Wooooot, der Begriff ist nur erfunden?) War das wohl auch ein alter Hut? Und deswegen nicht berichtenswert?
Ausserdem, stellt euch mal vor es gibt auch noch andere Länder, die sich anscheinend für diese Berichte brennend interessieren, aber ihr könnt euch trösten, der größte Mediafail geht heute trotzdem nicht an die Bild. Den die hat es immerhin geschickt hin bekommen, den größten Scoop des Jahres durch Wikileaks mit reisserischer Berichterstattung über die Love Parade zu “überdecken” und damit den Spiegel doof da stehen lassen.
Der größte Mediafail der geht heute an das französische Fernsehen, dort haben sie auf France5 ein C++ Manual auf Arabisch in die Kamera gehalten und behauptet, das wären geheime Al Quaida Dokumente, na versucht das mal zu toppen! Obwohl ich bin mir sicher ihr schafft diese Hürde auch locker
und C++ ist ja auch hässlich.
Da lob ich mir doch Wikileaks, die versuchen wenigstens ordentlich zu prüfen ob die Dokumente echt sind und zur Belohnung wird Julian Assange, der Wikileaksgründer vom CIA gesucht.
Da fragt man sich unweigerlich wo sich der Medienzirkus in nächster Zeit hin entwickeln wird? Bekommen wir irgendwann mal wieder Medien die glaubwürdiger sind, die ordentlich recherchieren und Wichtiges von Unwichtigen zu unterscheiden wissen und zwar nicht nach dem Kriterium “was lässt sich besser verkaufen?” Oder wird alles nur noch schlimmer? Wobei das kann man sich schwer vor stellen, wenn ich z.B. den ganzen Tag mit Celebrity Scheiß bombardiert werde und obwohl es mich nicht die Bohne interessiert, weiss ich, dass dem Loddar seine Frau fremd gegangen ist und wo und mit wem, obwohl mich das noch viel weniger interessiert und ich mir wirklich Mühe gebe so schnell wie möglich um zu schalten, wenn der Mist läuft.
Oftmals wird dann sogar noch Werbung mit eingebaut, da gibts n Superbeispiel auf off the record … natürlich provided bei Bildzeitung
Ja, da will ich auch kotzen, wenn uns Banalitäten inklusive Werbung als “news” verkauft werden, nix gegen Poldi, aber muß das sein? Können wir nicht mehr mehr guten Journalismus bekommen, bitte! Eine handvoll Neutralität wäre auch ganz nett, nicht so wie bei Axel Springer wo die Journalisten ganz klare Anweisungen haben, wie sie zu berichten haben, aber das haben schon andere lange lange vor mir kritisiert. Ob es Sinn macht Journalisten von vornherein mit einer Pro Israel und Pro Amerika Doktrin zu Impfen, das kann jeder für sich selbst entscheiden, die anderen Grundsätze mögen ja durchaus vernünftig sein.
Etwas Gutes hat das ganze Theater um die Wikileaks Geschichte dann doch, ich finde es setzt die Medien unter Druck, entweder werden sie sich stärker investigativ engagieren müssen, weil aus meiner Sicht manche blogs und Wikilekas bereits jetzt schon höhere Glaubwürdigkeit haben als so manches TV “news” outlet Format oder die BIld, oder sie werden langfristig großen Schaden an ihrem eigenen Image riskieren, weil sie nur noch als Unterhaltungsmedien gesehen werden, wobei ich auch meine Zweifel hege, dass so Manche aus der nächsten Generation das noch unterschieden können, aber vielleicht ist das auch das Ziel und Georg Schramm hatte recht als er sagte, dass in diesem Land systematisch Idioten gezüchtet werden, weil man die als Konsumenten braucht.

